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Vom Jahrring zum Kalenderjahr

 

Die Jahrringe auf dieser Stammscheibe sind Kalenderjahren zugeordnet. Um das zu erreichen, gleichen die Forschenden das Jahrringmuster dieser Lärche mit denen anderer Lärchen ab.

 

Bei dieser Lärchenscheibe war das Fälldatum bekannt. Dieses Datum alleine genügt jedoch nicht, um jeden Jahrring einem Kalenderjahr zuzuordnen. In schlechten Jahren können nämlich bei einzelnen Bäumen Jahrringe ganz («fehlende Jahrringe») oder teilweise («auskeilende Jahrringe») ausfallen.

Deshalb haben die WSL-Forschenden die Abfolge der Jahrringbreiten dieser Lärche mit einer regionalen Referenzchronologie abgeglichen. Dieses Verfahren, das «Crossdating», ist ein Grundprinzip der Jahrringforschung.

 

Für unsere Lärche benutzten die Forschenden eine regionale Referenzchronologie aus vielen bereits gemessenen Jahrringkurven von lebenden Bäumen aus dem Goms im Wallis. Um diese möglichst weit in die Vergangenheit zu verlängern, verwendeten sie zusätzlich Messungen von datierten Holzbalken aus alten Häusern aus dem gleichen Tal. So konnten sie eine Referenzchronologie von fast 1500 Jahren erstellen.

Die korrekte Zuordnung von Jahrringen zu Kalenderjahren mittels Crossdating ist die Basis für jahrtausendlange Jahrringkurven. Zudem erlaubt sie, vergangene Reaktionen von Bäumen auf Umwelteinwirkungen wie Klimaschwankungen und Lärchenwicklerbefall zu untersuchen. Damit dienen datierte Jahrringe als wichtiges Umweltarchiv.

 
 

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